Winter

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Altersfreigabe: 
Keine Altersbeschränkung
Genre: 
Kurzgeschichte
Kategorie(n): 
Familie
Fantasie
Kinder und Jugend
Nachdenkliches
Winter

Wenn der Nikolaus da war, dauert es nicht mehr lange, bis der Weihnachtsmann kommt. Und am Ende der Weihnachtsferien kommen die Heiligen drei Könige.  Danach muss ich lange warten, bis der Osterhase endlich seine Geschenke versteckt. Dann ist der Winter wieder vorbei.

Marie mag den Winter. Wenn alles weiß eingehüllt ist. Im Sonnenschein glitzert der Schnee manchmal besonders schön. Und sie kann im Garten einen Schneemann bauen. Die Mama hat einmal gesagt: „Du kannst auch einen Schneefrau bauen, wenn du magst“.  Aber die hatte ihre Mama sicher erfunden, weil sie das noch nie von jemand anderen gehört hatte.

Die nette Frau Winter lebt zwei Häuser weiter. Sie lädt Marie ab und zu auf eine Tasse Tee ein. Vor einiger Zeit hat sie gehört, wie ihre Oma zur Mama sagte: „Die Winter wird wohl manchmal einsam sein, so lange, wie sie schon alleine lebt.“

Sie kichert. „Die Winter“ klingt komisch. Sie stellt sich vor, wie ihr Papa sagt: „Die Nikolaus kommt“ oder „die Weihnachtsfrau bringt heuer bestimmt schöne Geschenke“. Da könnte ja  auch die Osterhäsin bunte Eier verstecken.

Ob die Frauen wohl keine so wichtigen Aufgaben übernehmen können, wo sich dann alle freuen, überlegt Marie. Aber ihre Mama ist Ärztin. Sie hilft vielen Menschen.  Manchmal bringen sie Mama Geschenke mit, weil sie so froh sind.

Ich möchte einmal Feuerwehrfrau werden, denkt Marie. Ich muss Papa fragen, ob das überhaupt möglich ist, weil ich in allen meinen Büchern noch nie eine gesehen habe.

Und beim nächsten Mal, wenn ich Frau Winter besuche, frage ich sie, wo der Herr Winter wohnt.