Im Rhythmus der Schöpfung

Bild des Benutzers Dorothea Möller
Genre: 
Kurzgeschichte

Oftmals ist es die Sehnsucht nach etwas Besonderem, was Wünsche in uns erweckt! Immer wieder sind es die Dinge, die wir nicht haben können, dabei spielt die Zeit eine große Rolle. Zeit, von der wir glauben, wir hätten zu wenig davon. Oftmals übersehen wir, wie wenig wir von allem benötigen, um glücklich zu sein und uns wohl zu fühlen.

Es war einer jener Tage, von denen es mehr geben sollte. Ein Tag, an dem die Luft klarer als gewöhnlich wirkte und der Himmel bereits am Vormittag zu einem Kobaltblau reifte. Ein Tag wie Samt und Seide – ein altes Zitat kam mir wieder in den Sinn. Ja, so konnte man diesen Morgen beschreiben!

Ein warmer, zarter Wind wehte den ganzen Tag, so als würde er alles verspielt berühren oder streichelt. Die Blumen im Garten wirkten frisch erblüht, die Blätter an den Bäumen und Sträuchern waren prall grün und standen im direkten Kontrast zum blauen Himmel. Die Natur fesselte mit Schönheit und Vielfältigkeit, veränderte mit Farben und Düften ihr Erscheinungsbild.

Am Abend entfachten wir ein Lagerfeuer, brieten die selbstgeangelten Rotfedern und kleinen Barsche auf zurechtgeschnitzten Weidruten und grillten ein schlichtes Stockbrot dazu. Der Tag ging zu Ende, die Sonne ging rotgolden hinter dem Waldstück auf der kleinen Insel im See unter. Stille senkte sich über den See, der wie eine spiegelglatte unberührte Fläche wirkte.  Ab und zu hörte man ein Rascheln im Schilf, vermutlich von einem Hecht, der auf der Jagd war. Die Vögel suchten ihren Schlafplatz auf und raschelten im Blattwerk der Laubbäume. Stille senkte sich über den Ort - alles war perfekt von der Natur in Szene gesetzt und wir lebten an diesem Tag im Rhythmus der Schöpfung.