Erinnerungen an den Sommer

Bild des Benutzers Dorothea Möller
Altersfreigabe: 
ab 6 Jahre
Genre: 
Kurzgeschichte
Kategorie(n): 
Jahreszeitliches

Im Herbst gibt die Natur noch einmal alles, sie tröstet uns mit ihrer Farbenvielfalt und Pracht offensichtlich über die vergangenen Tage des Sommers hinweg.

Die Generationen vor uns lebten näher an der Natur, insbesondere die mit eigener Land- und Viehwirtschaft. Im Herbst wurde am meisten gearbeitet, aber auch gefeiert. Wenn die Blätter fallen, beginnen nach der Traubenernte Wein- wie Winzerfeste und das Erntedankfest.

Die Früchte an den Bäumen schienen alle zeitgleich zu reifen, mussten geerntet werden, wurden gegessen, zu Mus und Marmelade verkocht, eingeweckt oder im Steintopf eingelegt wie Sauerkraut und saure Gurken.

Die Kartoffeln wurden bis in die fünfziger Jahre oftmals noch handverlesen und eingekellert. Es hieß, wer die Kartoffelernte im Keller hatte konnte Erntedank feiern.

In der bunten Jahreszeit reifen Bucheckern, Kastanien und Eicheln den Wäldern. Wer ein Schwein im Stall hatte, konnte sich glücklich schätzen, doch die wenigsten Tiere wurden im Winter durchgefüttert. Spätestens nach Allerheiligen wurden sie geschlachtet. Wer einen Nachzögling im Stall hatte, fütterte ihn auch in der Winterzeit durch. Die Waldmast war ein gutes Zubrot für die Tiere insbesondere die Eichelmast. Esskastanien werden ebenfalls gesammelt und nach alten Rezepten in Kuchen verbacken oder einfach im Feuer geröstet. Wir kennen sie als Maronen von den Herbst- und Wintermärkten.

Beinahe alles, was die Natur hervorbrachte diente als Wintervorrat. Hasel- und Walnüsse wie Pilze, aber auch Sanddorn und Hagebutten werden getrocknet oder weiterverarbeitet.

Erntedank ist eines der ältesten Herbstfeste, die wir heute noch traditionell feiern. Ländliche Dorfkirchen begehen auch heute noch Erntedankfeiern mit Erntekronen oder Erntekränze, Obst und Gemüsekörben oder Erntebildern aus Körnern, Samen und Bohnen gearbeitet.

Frühdunst und Nebelschwaden bringen kühleres Wetter, manchmal Gewitter und vor allem Regen mit sich. Es wird früh dunkel und spätestens an St. Martin, dem Lichterfest sollte man genügend Feuerholz gespalten und eingelagert haben um den kommenden Winter einzuheizen.