Wenn Fiktion zur Wirklichkeit wird

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Sonstiges

Das passiert einem Schreibenden auch nicht alle Tage, dass eine Geschichte, die Man(n)/Frau sich am Schreibtisch ausdenkt, plötzlich ihre Entsprechung in der Realität findet. Mir passiert das gerade. Ich arbeite seit Sommer 2016 an einem Kriminalroman mit dem Arbeitstitel:

„Klabotki und der Klapperstorch“

Zum Plot: In der Reha – Klinik meines aktuellen Wohnortes Waren an der Müritz wird ein Kampftaucher mittels Nervengas ermordet.

Nun bin ich kein Chemiker, weiß von dieser Welt nur das bißchen, das ich selbst in der Schule lernte. Einer Zeit als es so hochmoderne Nervengifte wie das jetzt aktuell im Salisbury – Fall angeblich eingesetzte, das der Novitschok – Gruppe zugerechnet wird, noch gar nicht gab! VX und Sarin aber schon bekannt waren.

Es hat mich über ein Jahr der Recherche gekostet bis ich mich in der Vielfalt der auf dieser Welt vorhanden Nervengifte, seien es biologische oder chemische, halbwegs zurechtfand.

Über ihre Wirkungsweise, Synthetisierung, die Vergiftungssymptome, etc. so viel lernte, dass ich meinen zukünftigen Lesern keinen Blödsinn erzählen werde. Erfuhr, dass viele davon nur in Aceton löslich sind. Was für die Eigensicherung des Attentäters ein Risiko darstellt, wenn das Gift als Aerosol oder Pulver verabreicht wird. Bei meinen google – Recherchen stieß ich auch auf den Begriff Nowitschok. Aber mehr als das, was da bei Wikipedia stand, war buchstäblich nicht herauszubekommen. Nur Halbwahrheiten, Hörensagen etc. Für meinen Anspruch an Seriosität deutlich zu wenig! Meine Anfrage bei der OPCW ist bis heute unbeantwortet geblieben. Ich hatte eigentlich auch nichts anderes erwartet. Hatte nur naiv darauf gehofft, wenigstens eine Bestätigung dessen zu bekommen, was die Existenz dieses Phantom - Nervengiftes und seiner kolportierten Wirkung betrifft. Nur bei Rubikon (https://www.rubikon.news/artikel/beweise-bitte) ist jetzt 2018 der Hinweis zu finden, dem Iran sei es 2016 gelungen, ein Nervengift ähnlich der Nowitschok – Gruppe zu synthetisieren, und, er habe dies der OPCW ordnungsgemäß angezeigt, die Methode seiner Herstellung beschrieben. Erst seit 2016 also soll sich Novitschok auf der weltweit geführten Liste der synthetischen Nervengifte befinden.

Und nun dieser Skripal – Anschlag und die sich Tag für Tag verschärfenden, gegenseitigen Beschuldigungen. So als suchten die Anglo – Amerikaner händeringend nach einem Kriegsgrund!

Das alles erinnert so fatal an die Ereignisse vor 104 Jahren (Sarajewo). Man schaffe einen Kriegsgrund und bearbeite die Öffentlichkeit so lange bis diese mental zu einem Krieg bereit ist.

Nur, einen Dritten Weltkrieg wird unser Blauer Planet nicht überleben. Auch, wenn einige Phantasten in diversen, von der Wallstreet finanzierten Thinktanks ernsthaft behaupten, einen atomaren Zweitschlag könne der amerikanische Kontinent überleben. Bisher habe ich immer geglaubt, nur Kakerlaken mache eine atomare Strahlung nichts aus.

Im Vorwort meines Romanerstlings, „Der Sommer, in dem das Morden begann“ steht als letzter Satz:            

„Wehret den Anfängen!“

Und so altmodisch dieser Satz klingt, er ist aktueller den je! Ich wiederhole mich hier.

Aber Wiederholung scheint mir dringend geboten. Bevor alles zu spät ist!