Ich habe ein E-Book geschrieben - Was nun?

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Ich habe ein E-Book geschrieben - Was nun?
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Fachartikel

Viele Menschen träumen vom eigenen Buch. Durch die E-Books und die Möglichkeit, die selbst geschriebenen Geschichten auch selber herauszubringen, ist dieser Traum in greifbare Nähe gerückt: Jeder kann jetzt sein geistiges Baby auf den Markt bringen, von der Kurzgeschichte bis zum Liebesroman, vom Sachbuch bis zum blutigen Thriller. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Erfolgschancen erhöhen.

Weizen statt Spreu sein

Auf einem Buchmarkt, der überschwemmt wird mit kleinen und großen Geschichten aus den Federn hoffnungsvoller Self-Publisher, sollten Sie sich positiv von Ihren Kollegen abheben. Das heißt zum Beispiel, dass Sie eine der grundsätzlichen Regeln der konservativen Literaturwelt beherzigen: Ein Buch sollte fehlerfrei sein. Der Irrglaube, dass Leser über ein paar Flüchtigkeitsfehler hinwegsehen, ist weit verbreitet. Viele Leser sind aber verärgert, wenn sie beim Lesen laufend über Fehler stolpern – das stört den Lesefluss und verdirbt die Freude. Außerdem sieht es unprofessionell aus.

Lassen Sie also grundsätzlich die Rechtschreibprüfung Ihres Schreibprogramms über Ihren Text laufen. Sie wird nicht alles finden, also nehmen Sie sich die Zeit und fügen Sie Absatz für Absatz Ihr ganzes Werk in eine Online-Rechtschreibprüfung ein. So werden Sie auch dazu gezwungen, sich Ihr Buch noch einmal genau anzuschauen. Alle Fehler findet aber auch diese Prüfung nicht. Geben Sie also die ganze Arbeit im Idealfall auch an einen Lektor. Er kann Sie über das reine Korrigieren hinaus auch in Fragen des Stils beraten und Sie auf logische Fehler hinweisen. Dann müssen Sie zwar vielleicht noch etwas abändern, aber Ihr Buch wird runder, schlüssiger und angenehmer zu lesen sein.

Welche Plattform für die Veröffentlichung?

Es gibt zahlreiche verschiedene Anbieter, bei denen Sie ein E-Book veröffentlichen können. Manche von ihnen, wie etwa Amazon, überlassen alles Ihnen – Sie wandeln Ihre Geschichte in das richtige Format um, geben einen Hinweis auf das Copyright, laden Ihre Geschichte samt Cover hoch, und wer auch immer einen Kindle-Reader oder das Programm besitzt, kann sie kaufen.

Möchten Sie lieber ein bisschen mehr Betreuung haben, können Sie sich an Anbieter wenden, die verschiedene Dienstleistungen rund ums E-Book anbieten. Manche von ihnen, wie Feiyr zum Beispiel, übernehmen die Konvertierung Ihres Word-Dokuments in ein ePUB-Dokument und erklären Ihnen, wie Sie das Layout perfekt hinbekommen. Sie übertragen diesen Dienstleistern nicht die Rechte am Buch, sondern nur die Rechte am Vertrieb. Dafür bekommen diese einen gewissen Prozentsatz der Einnahmen. Hier ist der Vorteil, dass Ihr Buch an zahlreiche verschiedene Shops ausgeliefert wird – Amazon ist nur einer davon. Auch die ISBN besorgen solche Dienstleister, entweder umsonst oder gegen einen kleinen Aufpreis.

Selbst ist der Autor

Bietet die Plattform, die Sie wählen, die genannten Dienstleistungen nicht oder nicht in vollem Umfang an, müssen Sie selbst handeln. Um zum Beispiel Ihr Word-Dokument in ein ePUB umzuwandeln, finden Sie online kostenlose E-Book-Editor, die Sie sich herunterladen können. Schritt-für-Schritt-Anleitungen dazu bekommen Sie auch im Internet.

Denken Sie auch immer daran, dass Sie ein Impressum brauchen. Wenn Sie ein Pseudonym benutzen, reicht das leider hier nicht aus: Der Herausgeber muss grundsätzlich über das Impressum persönlich erreichbar sein. Im Einzelnen ist diese Impressumspflicht je nach Land unterschiedlich geregelt. Wollen Sie lieber anonym bleiben, ist ein Verlag der einzige Ausweg: Dieser wird als Herausgeber im Impressum genannt, und Ihr realer Name bleibt hinter dem Pseudonym verborgen.

Nutzen Sie ausschließlich Amazon als Plattform, brauchen Sie keine ISBN-Nummer. Sobald das Buch aber auch in anderen Shops erhältlich sein soll, muss es eine solche Nummer haben. Die oben genannten Dienstleister besorgen sie im Normalfall, wenn Sie Ihr Buch bei ihnen herausbringen. Sonst können Sie sie bei der deutschen ISBN-Vergabestelle auch selbst kaufen, aber das ist relativ teuer.

Das Auge entscheidet mit

Ehe Sie Ihr E-Book hochladen, sollten Sie es gliedern. Niemand liest gern die sogenannte „Wall of Text", also die Textwand, die ohne Absatz oder Zwischenüberschriften vor dem Leser aufragt. Fügen Sie am besten ein Inhaltsverzeichnis ein, wenn Sie Kapitel haben. Sonst machen Sie in angenehmen Abständen Absätze, an denen Ihre Leser unterbrechen können, ohne den Faden zu verlieren.

Unterschätzen Sie niemals die Wichtigkeit des passenden Covers! Natürlich geht es vor allem um die Geschichte, doch das Cover ist es, das Ihre Leser als Erstes sehen. Es sollte zur Geschichte passen und direkt einen Eindruck davon vermitteln, was den Leser dieses Buches erwartet.

Bildquelle: © Unsplash (381242) – pixabay.com