Die Kunst des Sprechens - Texte erzählerisch und lebendig umgesetzt

Uwe Hartmann - Die Kunst des Sprechens - Texte erzählerisch und lebendig umgesetzt
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Fachartikel

Uwe Hartmann, die Haus- und Hofstimme bei 1001 Buch, gewährt uns hier einen kleinen Einblick in seine professionelle Sprecharbeit.

Ich, der Profi-Sprecher - Nein, nicht der Presse- oder Regierungssprecher ist gemeint, vielmehr der Sprecher mit Stimme, mit der ausgebildeten, trainierten Stimme, die überall dort zum Einsatz kommen soll, wo eben eine solche Stimme gebraucht wird, also im weitesten Sinne bei allen Audio-, Video- und Multimedia-Produktionen. Grob teilen die sich in zwei Bereiche. Einerseits ist da der seriöse, künstlerische, der sich mit Nachrichten, Kommentar und literarischem Text befasst. Diese Produktionen stehen immer auch für den natürlich stimmlichen Wohlklang. Andererseits gibt es noch einen künstlichen, der das unnatürliche Sprechen repräsentiert. Dieses hört man in der Regel in der künstlichen Werbewelt, wo z. B. ein Schreihals Kindern irgendein dämliches Spielzeug verbal um die Ohren haut. Da halte ich mich zurück. Unnatürlich, also künstlich, wird es immer dann, wenn das Gesprochene nicht  einer gedachten realen Situation entspringt.

Ich bleibe seriös und bei der Kunst des Sprechens. Neben meiner ausgebildeten Stimme muss ich als Sprecher, sollte ich nicht ohnehin eine Schauspielausbildung absolviert haben, also in der Lage sein, mich in alle erdenklichen Situationen hineinzuversetzen, aus denen heraus ich den Text narrativ umsetze. Je nach gewählter Situation für einen Text ergibt sich daraus meine Aussageform. Es geht beim Sprechen niemals darum, wie etwas zu betonen ist, sondern einzig um die Aussage. Daraus ergibt sich alles. Stimme und Aussage sind die beiden Zutaten, die es braucht, um Kino im Kopf zu erzeugen. 

Daneben ist es noch wichtig zu erwähnen, dass jedes Wort, ja, jede Silbe den gleichen Wert hat. Nichts wird verhuscht oder genuschelt, alles erklingt gleich präsent, klar und deutlich. Das alles will geübt und trainiert sein und erfordert die  entsprechende Disziplin. Ich für meinen Teil habe ein vierjähriges Sprechcoaching bei Vocalitas – Stimm- und Präsentationstraining in Hannover, www.vocalitas-training.de, absolviert. Hier habe ich das komplette Rüstzeug erworben für die hohe Kunst des Sprechens.

Um auf mich aufmerksam zu machen, präsentiere ich mich als Profi mit meinem Sprecherprofil inkl. Sprechdemos und Referenzen auf meiner eigenen Website (da bin ich dran), aber auch auf mindestens einem seriösen Castingportal wie etwa Bodalgo und/oder Voicebase. Hier nehme ich nahezu täglich an Castings teil, über die Produzenten für ihre Projekte die passenden Stimmen suchen. Es hat sich leider eingebürgert, dass viele Produktionsfirmen das zu vertonende Script mit einstellen und verlangen, dieses für eine Hörprobe einzusprechen, die sie dann ihrerseits ihrem Kunden vorstellen. Ich gehe hier als Sprecher ganz klar in Vorleistung, indem ich quasi ein Layout erstelle und dafür keinen Cent sehe. Die Auswahl der Stimme anhand der in den Sprecherprofilen hinterlegten Sprechproben tritt zunehmend in den Hintergrund.

Als Sprecher bin ich heute in der Regel aber noch mehr. Ich bin auch mein eigener Tonmeister mit eigener professioneller Aufnahmemöglichkeit. Die digitalisierte Welt macht’s möglich. Wurden die Sprech-Profis früher noch ins teure Tonstudio bestellt, können sie heute kurzfristig hochwertige Aufnahmen zuhause erstellen. Dafür braucht es idealerweise eine Profi-Aufnahmekabine, ein hochwertiges Mikrofon und eine Audio-Workstation, also einen PC mit einem geeigneten Audio-Interface und einer Editier-Software. Sprecher sind heute in der Lage, den fix-und-fertigen Audiofile zu liefern, im gewünschten Format, via e-Mail, dropbox, wetransfer oder FTP-Upload. Sie bieten das Komplettpaket, hohe Studiokosten fallen so nicht mehr an.

Das bedeutet aber auch, dass mein Arbeitsaufwand als Sprecher heute weit über das Erarbeiten und anschließende Einsprechen des Textes hinausgeht. Der Löwenanteil einer Produktion gebührt der Bearbeitung der Aufnahme, also dem Schnitt. Hierbei werden alle unerwünschten Passagen und kleinste Klick-, Schmatz- und Ploppgeräusche aus dem Audiofile entfernt, Lautstärken punktuell angepasst und zu lautes Einatmen reduziert. Gegebenenfalls müssen einige Sätze und kurze Passagen auch erneut eingesprochen werden. Schlussendlich habe ich dann irgendwann einen sauberen Audiofile vor mir. Diesen unterziehe ich abschließend noch dem Mastering. Damit erhält die Aufnahme den letzten Schliff. Der Stimme bekommt noch den passenden Kick in Sachen Klang und Präsenz. So kann am Ende eine Stunde Audiomaterial mal eben bis zu zwei Arbeitstage ausmachen.

Uwe Hartmann -  Professioneller Sprecher und die Haus- und Hofstimme von1001 Buch

Ich, der Profi-Sprecher, biete Euch mit Freuden meine Stimme an für alles, wo der gute Ton gebraucht wird. Das sind Nachrichten, Dokumentationen, Präsentationen, Web-Videos, Imageclips, Telefonansagen, e-Learnings, Hörbücher, Hörspiele, Videospiele, Zeichentrick, Jingles und natürlich auch Werbung.

Aber wie bereits angedeutet, den Schreihals gebe ich nicht. Und für Autowerbung bin ich ebenfalls nicht zu haben. Fürs Fahrrad hingegen erhebe ich meine Stimme.

Herzliche Grüße von Eurem Sprechprofi

Uwe Hartmann