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Geschrieben von: Michael1302 Veröffentlicht am: 19. März 2010 - 12:55 Genre: Kurzgeschichte Altersfreigabe: Keine Alterseinschränkung Kategorie(n):
Humor
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Vorwort
Kabarett ist nach Dieter Hildebrandt der Versuch, einen Elefanten mit einer Mausefalle zu fangen. Das finde ich stimmig, Kabarett verändert eigentlich nichts. Diejenigen, die Kabarett mögen, wissen es sowieso: In unseren Köpfen läuft zum Teil viel Irrsinn ab, entsprechend begegnet uns auch in der äußeren Realität viel Irrsinn. Humorvolle Texte dieser Art schreiben, verändert auch nicht die Realität, kann aber etwas innere Distanz erzeugen und ermöglichen, besser mit dem alltäglichen Irrsinn fertig zu werden. In diesem Sinne ist es vielleicht möglich, die folgende Geschichte (wie auch einige meiner sonstigen) besser zu verstehen.
Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Geschichte war ich mal wieder soweit. Wieder einmal die gleiche Frage im Kopf: "Wie halte ich ein Leben in dieser Unkultur aus?" So träumte ich wieder einmal den Traum von "Raus-aus-Deutschland", obwohl ich doch weiß, dass ein mich nicht mehr verständigen können in meiner Muttersprache wieder ein Leiden hervorrufen würde, wenn auch ein etwas anders Geartetes. Diesmal hatte ich begonnen, Portugiesisch zu lernen, und übte gerade die Übersetzung von Zahlen, meist auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen mit Hilfe der dort erhaltenen Kassenbelege.
Inzwischen habe ich das Lernen des Portugiesischen wieder aufgegeben, trage mich jedoch mit dem Gedanken meine 1999 erlernten paar Sätze Tschechisch wieder aufzufrischen und vielleicht meine Fertigkeiten in dieser Sprache zu erweitern, steht mir diese Sprache doch nahe, als Sohn schlesischer Eltern mit sicherlich auch einem kleinen Anteil slawischer Herkunft aus vergangenen Generationen.
Und, bald ist Fussballeuropameisterschaft. Betrete ich dann mit einem: "Dobrý den!" ("Guten Tag!") auf den Lippen eine Kneipe, in der Fussballspiele gezeigt werden, wird es mir hoffentlich niemand übel nehmen, wenn ich mich an einem lautstark gegröllten "Deutschland! Deutschland!" nicht beteilige.
Fünf mal Milch
Ich stehe in einem Lebensmittelmarkt an der Kasse. Die Kassiererin begrüßt mich mit einer hierzulande erst seit einigen Jahren üblich gewordenen Ansprache in derartigen Situationen, hier mit einem "Hallo!"
Während sie die von mir ausgewählten Waren über den Scanner zieht, bemerkt sie: "Fünf mal Milch!".