|
Geschrieben von: Wortsinfonier Veröffentlicht am: 23. März 2011 - 8:16 Genre: Gedicht Altersfreigabe: ab 6 Jahre Kategorie(n):
Café
|
Bewertung: (1 gesamt) |
|
0 Kommentare
| Neuen Kommentar schreiben
|
Kontakt zum Autor
| |
Der Tag ist längst erwacht.
Schneeflocken rieseln leise und überziehen das alte Kopfsteinpflaster.
Ein weißes Laken.
Im winterlichen Gestöber trutzt reich verziert
ein mauerbleiches Kloster von der gegenüberliegenden Seite,
des alten Kornmarktes.
Dichter noch als der Winter
ist der Schaum auf dem Kaffee.
Frühstück nach Sartre,
zur Wahl stand auch Picasso und Gauguin.
Erst Käse auf Baguette, dann Konfitüre und Croissant im geschmacklichen Duett.
Ein Kreuzgewölbe zieht sich die niedrige Decke entlang.
Bögen von Steinmetzhand gehauen.
Im Zentrum der Wölbung eine blühende Rosette.
Blühend wie die Regensburger Herzöge und Fürsten,
die niederknieten, wo jetzt die Kaffeemaschine zischt.
Zwei Damen sitzen auf der hohen Bank und speisen fürstlich.
Ein Pärchen feiert früh mit einem Sekt.
Der Brotkorb leert sich beharrlich,
im Kaffeeglas schimmert nun der Grund.
Die Zeit verstreicht in der alten Kapelle.
Draußen wartet das Kopfsteinpflaster auf meine Schritte.