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Geschrieben von: Wortsinfonier Veröffentlicht am: 21. März 2011 - 16:23 Genre: Gedicht Altersfreigabe: ab 6 Jahre Kategorie(n):
Café
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Das Glas Wein wartet auf den ersten Kuss von mir.
Rubinrote Lippen zu einem Merlot zerschmolzen.
Blau sind die Wände, mit Stuck verziert,
rund und weich ist die Leidenschaft.
Ein Gast trinkt Tee und wirkt wie einem Gemälde entstiegen.
Ein alter Mann sitzt gebeugt über seinem Tisch, redet sich zu.
Ein melancholisches Akkordeon streift mit dem Frühlingswind herein.
Es möchte gerne fröhlicher klingen.
Draußen trinken die Sonnenkinder ihren Kaffee und der Duft von rumgetränkter Sahne weht von den Kuchentellern durch den Raum.
Drinnen warten die traurigen Gestalten, wie von alten Zeiten hier zurückgelassen.
Der Mann mit dem Tee nimmt seinen Schirm und geht.
Der Salon, nun fasst verlassen,
füllt sich schnell mit alten Geistern,
sie tranken hier schon 1850.
Der Wein ist seitdem jünger geworden.
Im Schein der Sonne würden sie verblassen.
Dunkles Licht werfen nur die Leuchter an der Wand.
Noch bevor es die Phantome erreicht, wird es verschluckt
von der schweren Stimmung,
die zwar beladen scheint,
doch auch einen süßen Schimmer hegt.
Überlassen bleibt dem Betrachter aus Öl,
ob dies Romantik ist oder Rotweinphantasie.