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er große Verführer – Guy de Maupassant

Guy de Maupassant - Bild *05.08.1850, †06.07.1893

Staatsangehörigkeit:
Frankreich


Schwerpunkte:
  • Fantastische Literatur

Guy de Maupassant -                              Guy de Maupassant -
Der große Verführer                               Der Horla

Bel-Ami war sein großer Durchbruch! Mit dem Roman eines Verführers und Frauenhelds wurde die literarische Welt Frankreichs nicht das erste Mal auf den Namen Guy de Maupassant aufmerksam gemacht. Der in der Normandie geborene Schriftsteller sollte zukünftig noch viel mehr von sich reden machen. Viel, so Maupassant, hatte er dabei seinem »Förderer« Gustave Flaubert zu verdanken.

In nur 12 Jahren schuf der Normanne, dem der Trubel in Paris schnell zu viel wurde und daher wieder in die Einsamkeit der Küste zog, 300 Novellen und sechs Romane. Nebenbei war er als »Bel-Ami« auch im wirklichen Leben äußerst umtriebig. Leider waren es auch diese ständig wechselnden Affären, die ihm einen Strich durch seine große Autorenkarriere gemacht haben. Infiziert mit dem Erreger der Syphilis, eine Geschlechtskrankheit, die zu seiner Zeit noch nicht heilbar war und sein stetiger Drogenkonsum sorgten dafür, dass er bereits mit 43 Jahren verstarb.

Maupassants Schaffen in eine literarische Nische einzusortieren, ist nicht ganz einfach. Vielfach werden seine Werke dem »Naturalismus« zugerechnet, nicht ohne Grund. Seine realistischen Darstellungen und  naturgetreuen Umschreibungen fügen sich nahtlos in den Ansatz einer »exakten« Beobachtung der Umwelt.

Zweifellos kann man ihn auch als einen Meister der »Schwarzromantik« und »phantastischen Literatur« bezeichnen. Kurznovellen wie »Der Horla« oder »Das Haar«, zeugten nicht nur von seiner zunehmenden Geistesgestörtheit – eine Folge der Syphilis. Er verband vielmehr den Naturalismus mit dem Grotesken und verstand es eine realistisch, beängstigende Atmosphäre zu erschaffen.

Nachdem er in Cannes lebend einen Suizidversuch unternahm, wurde er in eine psychiatrische Klinik nahe Paris untergebracht. Das Hospital sollte er nie wieder gänzlich verlassen! Eineinhalb Jahre nach seiner Einweisung verstarb er dort an den Folgen der Infektion in völliger Verwirrtheit. Dies war das Ende eines verheißungsvollen Schriftstellers, dessen Aufstieg in die literarische Welt zu einem vorzeitigen und tragischen Ende fand.

 

Copyright 1001 Buch / Mirko Steinkamp (Autor, Journalist)


Werke:
  • Bel-Ami (1885)
  • Der Horla (1887
  • Heiliges Herz (1890)